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Ludger Kenning

Mit der elektrischen Extertalbahn

von Rinteln nach Barntrup

224 Seiten 25x21 cm gebunden, 50 Farb- und 273 SW-Fotos, 14 Tabellen, 23 Skizzen

ISBN 978-3-944390-01-7

Preis: 34,95 €

 

Extertalbahn – viele ältere Leser erinnern sich bei diesem Begriff an manche erlebnisreiche wie auch gemütliche Ausflugs- oder Kaffeefahrt über die große Weserbrücke, durch die prächtige Rintelner Altstadt und weiter durch das liebliche Tal des Flüßchens Exter ins Lippische, vorbei an alten Gehöften und Gutshöfen, an Teichen, Wiesen, Feldern und sanft ansteigenden Berghängen. Über Jahrzehnte hinweg war der Schienenverkehr der Extertalbahn AG bzw. der Verkehrsbetriebe Extertal zudem geprägt von einem regen Schüler- und Berufsverkehr zwischen dem Extertal und den Rintelner Schulen und Gewerbebetrieben, ebenso wie von einem vielfältigen Güterverkehr für die dank der Bahn aufblühende Wirtschaft. Die großen Zeiten der einstigen Kleinbahn sind längst vorbei, heute hält der Verein Landeseisenbahn Lippe die Tradition der Ausflugszüge aufrecht.

 

Die Entstehung der teils auf lippischem, teils auf preußischem Terrain verlaufenden Extertalbahn Rinteln – Barntrup geht auf die 20er Jahre zurück, als es galt, in den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren der Bevölkerung neue Perspektiven zu geben und das nordlippische Bergland wirtschaftlich voranzubringen. Treibende Kraft war neben einigen Lokalpolitikern das Hamelner Elektrizitätswerk Wesertal gemeinsam mit der hieran beteiligten AEG, und so stand von vornherein der Bau einer elektrisch (mit 1.500 V Gleichstrom) betriebenen Kleinbahn außer Frage. Die hohe allgemeine Arbeitslosigkeit kam dem Projekt entgegen, denn es flossen beträchtliche Mittel aus der Erwerbslosenfürsorge in die Finanzierung ein und es standen hinreichend Arbeitskräfte zur Verfügung. Der Bau der ca. 26,5 km langen steigungsreichen Normalspurstrecke, die insgesamt einen Höhenunterschied von 200 m überwindet, lief in drei Abschnitten von Barntrup in Richtung Rinteln ab. Der Betrieb der zwischen 1927 und 1929 eröffneten Bahn war von Beginn an überaus fortschrittlich, galt sie doch z.B. als erste deutsche Bahn mit rationellem Zugleitsystem.

 

Nach schwierigem Beginn sowie enormen Beförderungsleistungen während des „Dritten Reiches“ lernte die Bevölkerung ihre Kleinbahn nach Kriegsende immer mehr schätzen. Daß die Extertalbahn AG (EAG) in der Wirtschaftswunderzeit jährlich bis zu 1,5 Millionen Fahrgäste auf der Schiene zählte, war auch das Ergebnis einer intensiven Werbung. Ein Ausflug ins Extertal stand im Angebot einiger großer Reiseveranstalter und wurde in vielen deutschen Bahnhöfen auf Plakaten beworben. Gemeinsam mit der DB oder der Weserschiffahrt organisierte Sonderzüge mit Bewirtung waren bald eine wesentliche Einnahmequelle der EAG, die zudem ab Mitte der 50er Jahre aktiv die Wirtschaftsförderung vorantrieb und durch den geschickten Einsatz von Landesmitteln sowie durch die Schaffung von Anschlußgleisen etliche Industriebetriebe ins Extertal lockte. Rechtzeitig erkannte die EAG die Zeichen der Zeit, als sie Ende der 40er Jahre ihre ersten Autobus-Zubringerlinien eröffnete, das Busliniennetz kontinuierlich ausdehnte und bald auch einen Güterkraftverkehr auf der Straße aufnahm.

 

In den 60er Jahren wuchs der Individualverkehr jedoch dermaßen an, daß der Schienenpersonenverkehr zunehmend auf öffentliche Mittel angewiesen war, aber letztlich keine Chance mehr hatte. So gab die EAG im Jahr 1966 den Personenverkehr Barntrup – Bösingfeld auf, im September 1969 auch im weiteren Verlauf bis Rinteln. Für die verkehrstechnisch längst nicht mehr tragbare Rintelner Stadtdurchfahrt kam ein Jahr später das Aus, der nördliche Endpunkt war fortan der Bahnhof Rinteln Süd mit dem neuen Industriegebiet. Danach konnte sich der Güterverkehr auf der Schiene noch etwa 30 Jahre behaupten, doch seit 2001 ist auch er Geschichte. Auf dem nördlichen Abschnitt verkehren jetzt Fahrraddraisinen, auch dem südlichen der „Heckeneilzug“ des Vereins Landeseisenbahn Lippe. In diesem Buch wird die große Zeit der Extertalbahn mit ihren einzigartigen Fahrzeugen wieder lebendig.

 

 

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